Viele Männer und viele Frauen wollen ja eigentlich das Gleiche — Gleichberechtigung. Doch dann gibt es auch Männer, besonders all jene in Machtpositionen und die Traditionellen, die das nicht fördern und eher blockieren. Wieso lässt die Gesellschaft das heutzutage zu? Oft sind es unterschwellige Stereotypen, die bereits längst überholt sind, aber in der gängigen Meinung noch präsent und damit erhalten wir Frauen beispielsweise zu wenig Verständnis, um in der Technik zu arbeiten. Viel Ungleichheit passiert also ganz einfach nebenbei und fällt auch vielen Frauen nicht mal mehr auf, denn gewisse Ungleichheiten beispielsweise bei der Entlohnung sind ja Normalität. Oder etwa nicht?

Wo beginnt es?

Es beginnt und endet oft ganz banal bei der Sprache, denn die Sprache beeinflusst unser Denken. Durch Sprache werden Menschen angesprochen mitzudenken, mitzumachen, mitzuarbeiten. Wenn hierbei lediglich ein Geschlecht angesprochen wird, wird das Andere automatisch exkludiert. Daran ist etwas faul. Doch braucht die Menschheit wirklich diese Gendersprache? Sollen alle Texte in Zeitungen, Magazinen, Wörterbüchern, etc. auch immer geschlechtergerecht formuliert werden? Besonders in der deutschen Sprache mühen sich hier zusehends mehr Menschen mit komplizierten Wort- und Zeichenkombinationen ab. Es kommt hier wahrlich oft zu sprachlichen Verrenkungen und grammatikalischen Änderungen, um auch niemanden, ob Frau, Mann, Trans, Queer etc. auf die Füße zu treten. Es braucht aber doch diese Diversität in der Sprache, um auch wirklich alle Leserinnen zu erreichen. Beispielsweise das Wort Leserinnen könnte auch so ausgedrückt werden: Leserinnen und Leser, Lesende, Leser/in, Leser_innen, Leser(*)innen und seit kurzem auch das Lesx. Es gibt eine Vielzahl an Genderwörterbüchern, die es ihnen in der deutschen Sprache erleichtern sollen, genderneutral zu schreiben. Probieren Sie es aus!

Der Duden ist nicht mehr das A und O der deutschen Sprache. Diese Rolle hat seit 1996 der Rechtschreibrat übernommen, welcher Sprachwissenschaftler anstellt, um über Dos und Don´t der deutschen Sprache zu diskutieren. Denn Sprache ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesellschaft. Bereits 1912 wurde davon geschrieben, dass die Sprache eher beim Mann zu Hause ist und sie sei immer noch nicht emanzipiert. Einige Jahre später gab es im Jahr 1918 und 1919 erstmals ein gültiges Frauenwahlrecht in Österreich und Deutschland. Das heißt über eine Geschlechtsneutrale Sprache wurde bereits vor den Frauenrechten gesprochen. Auch hier kann man sich die Frage stellen, was war früher, das Geschlechter gefärbte Wort oder die Ungleichheit der Geschlechter in der Gesellschaft? Dann, Ende der 70er Jahre bekam Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch besondere Bedeutung, denn sie wollte das generische Maskulinum diskutieren. Diese Arbeit und die Arbeit vieler anderer Wissenschaftlerinnen nach ihr haben dazu geführt, dass sich im Jahr 2018 die sprachwissenschaftliche Fachwelt sowie die Arbeitsgemeinschaft Geschlechtergerechtes Schreiben getroffen haben, um über die Rolle der Geschlechter in der Rechtschreibung zu diskutieren. Hier wurde Sprache also politisiert, doch es sollen nur Vorschläge dabei rauskommen und keine bindenden Regelungen. Der Duden kann also seinen kleinen Beitrag dazu leisten, Menschen zum Gender gerechten Schreiben zu motivieren. Das ist ein Anfang!

Doch was hält unsere Gesellschaft noch von einer Gleichberechtigung der Geschlechter ab? Lesen Sie hier bei uns mehr zum Beginn des Frauenwahlrechts im deutschsprachigen Raum, sowie den Regelungen auf EU Ebene bis hin zu Beispielen aus dem Alltag, um Bewusstsein zu schaffen, wo überall geschlechtsspezifisch und immer noch ungerecht gehandelt wird.